Königin der Nacht
Königliche Kaktee blüht nur eine Nacht
Was für ein tolles Naturschauspiel: Man kann regelrecht zusehen, wie die Königin der Nacht aufblüht, quasi im Zeitlupentempo-und wie sie dann ihre langen, cremefarbigen Blütenblätter ausbreitet. Faszinierend sagt .......... auf dem ganzen Balkon duftete es nach Vanille. Selten : Gleich vier Blüten auf einmal seien aufgegangen, erzählt der Laatzener- und als Leser der Leine-Nachrichten hat er natürlich Fotos gemacht.Das Besondere an der Königin der Nacht (Selenicereus grandiflorus): Sie blüht nur eine Nacht. Gestern morgen hingen die trichterförmigen Blüten schlapp an der Pflanze herunter. Das eigentliche Geheimnis des kurzzeitigen Blühens liegt in der ursprünglichen Heimat der Pflanze, den heißen Trockenwäldern der Karibik und Mexikos, begründet. In der Gluthitze des Tages würden die Pflanzen bei ständiger, großer Blütenpracht extremer Verdunstung ausgesetzt und deshalb so viel Feuchtigkeit verlieren, dass sie bis ins Innere vertrocknen würden.
Um zu Blühen, muss bei der "Königin der Nacht" einiges erfüllt werden. Wichtig für die Blütenbildung ist eine Trockenruhe bei abgesenkter Raumtemperatur im Winter. Wird dies nicht eingehalten, wartet man vergeblich auf Knospen. Ist die Blühfähigkeit erreicht, bildet die Pflanze immer wieder Knospen aus, die sich bei uns in Juni, Juli und September öffnen. Die einzelnen Blüten haben nur eine Lebensdauer von wenigen Stunden und später hängen die vertrockneten Reste der Blütenhülle am Fruchtknoten herab. Andere Knospen öffnen sich erst im Laufe der nächsten Wochen.
Man sieht den Knospen erst einen Tag vor dem Öffnen an, dass sie zur Blüte kommen wollen - und selbst dann kann umschlagendes Wetter das Aufblühen noch verzögern.
Warum blüht eigentlich die "Königin der Nacht" zu dieser ungewöhnlichen Stunde? Die Pflanze wächst in Mexiko und auf den Karibischen Inseln in einem Trockenwald, der am Tag durch sehr hohe Temperatur und Sonneneinstrahlung gekennzeichnet ist. Die zarten, großen Blüten wären unter diesen Bedingungen einer hohen Verdunstung ausgesetzt, und die Pflanze würde dadurch mehr Wasser verlieren, als ihr im trockenen Lebensraum zur Verfügung steht.
Korelliert mit der nächtlichen Blüte sind Aktivitätszeiten der natürlichen Bestäuber: langrüsselige Nachtfalter aus der Gruppe der Schwärmer (Sphingidae), die die Blüten besuchen, um Nektar zu trinken, und Fledermäuse, welche die Bestäubung vornehmen, während sie in den Blüten Nektar und Pollen fressen.
Seltene und exotische Pflanzen lassen das Herz eines jeden Naturfreundes höher schlagen.
Königin der Nacht
(Selenicereus grandiflours (L) Britten Rose)
Familie: Kakteen (Cactaceae)
Heimat: Mexiko, Kuba, Jamaika, Hispaniol
Lebensraum: Trockenwald
Wuchsform:
Kletternde und im Geäst von Bäumen und Sträuchern Halt suchende Pflanze, lange Triebe von etwa 2,5 cm Durchmesser mit 7 - 8 flachen Rippen; wenige nadlige Dornen (bis 1 cm)
Blüte:
bis 30cm lange Trichterblüten, etwa 20 cm Durchmesser, äußere, strahlenförmig abgespreizte Blütenblätter gelblich-lachsfarben, innere rein weiß; schwerer, süßlicher Duft, der sich im Verlauf der Nacht merklich verändert.
Blütenverlauf:
die Öffnung wird durch hohe Temperatur und Dunkelheit ausgelöst und beginnt etwa 21:00 Uhr; vor Anbruch der Dämmerung am nächsten Morgen welken die Blüten ab.
Bestäuber:
Nachtschwärmer, die den reichlich produzierten Nektar aus der Blütenröhre saugen, sowie Nektar und Pollen fressende Fledermäuse.
Kultur:
durchlässiger, schwach saurer Boden, im Sommer keine volle Mittagssonne, im Winter Trockenruhe bei 10 bis 15°C
Verwendung: alkoholische Extrakte der Pflanze stimulieren die Konzentrationskraft des Herzens
